Hauptmodul 1 - Unternehmensführung

Die Teilnehmer kennen die Akteure des Versicherungsmarkts und können deren Funktionen, Rollen und Zusammenspiel einordnen sowie erklären. Sie kennen die Versicherungszweige, verstehen die Gründe für die Einteilung der versicherten Gefahren in Versicherungszweige und können die grundlegenden finanzmathematischen Kalkulationsprinzipien anwenden. Die Elemente des strategischen Managements sind den Studierenden bekannt, sie sind in der Lage, Unternehmens- und Wettbewerbsstrategien aus wertorientierter Sicht zu analysieren, zu bewerten und zu formulieren. Sie können systematische Beurteilungskriterien für strategische Handlungsoptionen entwickeln und die Ziele und Stellhebel eines systematischen Organisationsmanagements erklären und anwenden. Zudem verstehen sie die wesentlichen Rahmenbedingungen (wie z.B. rechtliche und sozialpolitische), können deren Wirkungszusammenhänge erklären und die Auswirkungen auf das Management des Versicherungsunternehmens herleiten. Darüber hinaus werden systematisch „soft skills“ aufgebaut.
 
  • Grundlagen des Strategischen Managements
  • Wettbewerbs- und Unternehmensstrategien
  • Strategieimplementierung
  • Corporate Governance und Unternehmensstrukturierung
  • Rahmenbedingungen der Unternehmensführung: Sozialversicherung, Versicherungsrecht, Finanzmathematik, Volkswirtschaftslehre
  • Workshop: „Präsentationstechnik – erfolgreich präsentieren“

Hauptmodul 2 - Controlling und Rechnungswesen

Die Studierenden verfügen, aufbauend auf den allgemeinen Grundlagen der Rechnungslegung, über eine versicherungsspezifische Wissenstiefe und -breite über die Zusammenhänge des betrieblichen Rechnungswesens im Versicherungsunternehmen. Sie sind in der Lage, die externe Rechnungslegung nach nationalen Vorschriften (HGB) sowie nach internationalen Vorschriften (nach IAS/IFRS) anzuwenden und wiederzugeben. Im Rahmen des externen Rechnungswesens können die Studierenden nach dem Abschluss des Moduls die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bestandteilen des Jahresabschlusses (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang) erkennen, erklären und interpretieren. Diese Zusammenhänge können dann angewendet werden, um die Systemunterschiede zwischen a) der allgemeinen und der versicherungsspezifischen Rechnungslegung zu interpretieren und zwischen b) den nationalen sowie internationalen Rechnungslegungsvorschriften zu analysieren.  
  • Strategisches und operatives Controlling von Versicherungsunternehmen
  • Kosten- und Erlösrechnung in Versicherungsunternehmen
  • Zusammenhang zw. int. Rechnungswesen und Controlling
  • Jahresabschluss (Bilanz, GuV, Lagebericht, Anhang
  • Rechnungslegung nach HGB, US-GAAP, IAS/IFRS
  • Unternehmenspolitische Auswirkungen
  • Jahresabschlussanalyse, Bildung von Kennzahlen
  • Mehodenkompetenz (z.B. Entscheidungsmethodik und Kommunikation

Hauptmodul 3 - Marketing Management

Die Studierenden können die Elemente des Marketing-Managements und der Marktforschung detailliert darstellen und verstehen deren multilaterales Zusammenspiel. Ansatzpunkte und Konzepte der Produktgestaltung können angewendet werden. Produktmodifikationen und -innovationen werden nach bestimmten Kriterien analysiert und bewertet. Die Studierenden kennen die Vertriebswege der Assekuranz sowie deren Stärken und Schwächen, sie verstehen die vertriebswegindividuellen Herausforderungen und können Lösungsansätze zu deren Handhabung entwickeln. Die Instrumente der Kommunikationspolitik und deren Unterschiede, sind den Studierenden bekannt. Sie können den Prozess der Kommunikationsgestaltung durchführen (einschließlich Budgetplanung) und Erfolgskontrollen anwenden. Die Studierenden können die theoretischen Grundlagen der differenzierten Bepreisung von Versicherungsprodukten anwenden. Ausgewählte Marktforschungskonzepte und -methoden können wiedergegeben, Kriterien zur Auswahl der geeigneten Marktforschungsmethoden angewendet und erhobene Marktforschungsdaten systematisch auswertet werden. Das Modul dient zudem der Förderung der Sozialkompetenz.
 
  • Besonderheiten des VersicherungsmarketinG
  • Methoden der Marktforschung
  • Customer Relationship Management
  • Gestaltungsparameter des Versicherungsproduktes
  • Vertriebsmanagement
  • Steuerung der Marken- und Kommunikationspolitik
  • Workshop: Konfliktmanagement
  • Differenziertes Pricing

Hauptmodul 4 - Finance und Risk Management

Die Teilnehmer wissen um die Notwendigkeit eines wertorientierten Risikomanagements für die Versicherungswirtschaft und sind in der Lage, die relevanten Methoden zur Risikoerfassung, -bewertung und -bewältigung in der Kapitalanlage sowie in der Versicherungstechnik wiederzugeben, sie können diese anwenden sowie deren jeweilige Stärken und Schwächen beurteilen. Zudem verfügen sie über umfangreiche Kenntnisse zu den nationalen und internationalen aufsichtsrechtlichen Vorgaben an das Risikomanagement und sind fähig, diese im beruflichen Alltag zu berücksichtigen und umzusetzen. Die Studierenden kennen die Grundlagen der wertorientierten Steuerung im Schaden-,Unfall- und Lebensversicherungsunternehmen, können die wertorientierten Steuerungsansätze (EVA, DCF, MCEV, RORAC) beurteilen und verstehen das Zusammenspiel zwischen Risikomanagement, Kapitalanlagemanagement und Unternehmenswertsteigerung. Auf dieser Basis können sie Steuerungsentscheidungen treffen.
 
  • Methoden des wertorientierten Risikomanagements
  • Rechtsrahmen: VAG, VVG, Solvency II
  • Versicherungstechnisches Risikomanagement
  • Rückversicherung, Alternative Risk Transfer
  • Underwriting
  • Asset Allocation und Portfolio Management
  • Asset Liability Management
  • Integrationsblock: Risiko- & Wertmanagement

Hauptmodul 5 - Organisation und Human Resource Management (HRM)

Die Teilnehmer kennen die zentralen Konzepte des Dienstleistungsmanagements (DLM) und verstehen die Zusammenhänge zwischen Qualität und Kundenzufriedenheit. Sie können eigenständig Unternehmensentscheidungen überprüfen und deren Auswirkungen abbilden, sowie knappe Ressourcen handhaben. Die Teilnehmer kennen die betriebswirtschaftliche Bedeutung des Schaden- und Leistungsmanagements. Prozessoptimierungen im Schadenbereich können von den Teilnehmern eigenständig umgesetzt, Schadenfälle analysiert und Missbrauchsfälle identifiziert und kritisch hinterfragt werden. Durch die Simulation „Management des VU“ erleben die Teilnehmer das Versicherungsunternehmen als ganzheitliches, vernetztes Gebilde, wodurch sie die komplexen Zusammenhänge im Management eines Versicherungsunternehmens verstehen und praktisch anwenden können. Vor- und Nachteile von Führungsrollen und Führungsstilen können von den Studierenden strukturiert veranschaulicht werden. In praktischen Übungen werden die vermittelten Inhalte noch vertieft.  
  • Philosophie des Dienstleistungsmanagement
  • Organisationsgestaltung
  • Schadenmanagement als ganzheitlicher Managementansatz und simultanes Marketing- und Kostensenkungsinstrument
  • Qualifikation des Innen- und Außendienstes
  • Personalentwicklung
  • Leadership
  • Planspiel Unternehmenssimulation
 
Hauptmodul 6 - Operations- und Informationsmanagement/Internationales sowie interkulturelles Versicherungsmanagement
Die Studierenden verfügen über fundiertes Hintergrundwissen zum Informations- und IT-Management im VU. Sie sind in der Lage, Potenziale zu erkennen und Grenzen der (Informations-)Managementsysteme aufzuzeigen. Sie kennen die Ansätze und Grenzen der Übertragbarkeit von Industrialisierungsansätzen auf die Assekuranz, verstehen den Zusammenhang zwischen Wertschöpfung, Sourcing sowie Geschäftsprozessen und können diesen bei der strategischen und strukturellen Gestaltung berücksichtigen. Ethische Grundlagen in der Unternehmensführung und -kommunikation können von den Studierenden erläutert und angewandt werden. Spezielle Anreiz- und Kontrollmechanismen des ethischen Managements können analysiert und umgesetzt werden. Die Studierenden sind in der Lage, zu aktuellen Themen der Versicherungswirtschaft Stellung zu nehmen und diese kritisch zu würdigen. In diesem Zusammenhang erarbeiten sie Konzepte zur Lösung aktueller Fragenstellungen und können diese auswerten sowie beurteilen. Internationale Unterschiede ausgewählter Versicherungsmärkte sind den Studierenden ebenso bekannt wie interkulturelle Besonderheiten auf diesen Märkten. Die Studierenden können nach Abschluss des Moduls Projekte eigenständig planen, steuern und kontrollieren.  
  • Grundlagen der Informatik sowie Versicherungsinformatik
  • IT-Anwendungsarchitektur
  • Produktentwicklungsplattformen und deren Entwicklungswerkzeuge
  • Prozessmanagement und Industrialisierung
  • Ethisches Management
  • Internationale und interkulturelle Besonderheiten ausgewählter Versicherungsmärkte
  • Projektmanagement